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Ratgeber · HR & Mitarbeiterbindung

Incentives für Mitarbeiter: Arten, Beispiele und was steuerfrei bleibt

Incentives für Mitarbeiter sind Anreize, mit denen ein Unternehmen ein bestimmtes Verhalten oder eine besondere Leistung anerkennt: eine Sachprämie, ein Gutschein, ein Erlebnis oder Punkte, die sich später einlösen lassen. Dieser Leitfaden zeigt, welche Arten es gibt, liefert zwölf Ideen mit Beispielen und erklärt, was davon steuerfrei bleibt.

Von Semih Inac, Gründer von PrämienwerkAktualisiert am

Was sind Incentives für Mitarbeiter?

Ein Incentive ist ein Anreiz, der zusätzlich zum Gehalt gewährt wird und an etwas Konkretes geknüpft ist: ein erreichtes Ziel, ein Jubiläum, eine Empfehlung, einen Verbesserungsvorschlag. Das unterscheidet Incentives von Benefits, die alle Beschäftigten unabhängig von einem Anlass erhalten, etwa Jobticket oder Essenszuschuss. Von der klassischen Bonuszahlung unterscheidet sie die Form: Ein Bonus ist Geld, ein Incentive ist meist eine Sachleistung.

Im Alltag werden die Begriffe Incentive, Prämie und Belohnung oft gleich verwendet. Entscheidend ist nicht das Wort, sondern ob der Anreiz verständlich, erreichbar und fair ist. Mehr zur Begriffsabgrenzung steht im Lexikon unter Incentive und Incentivierung.

Welche Arten von Mitarbeiter-Incentives gibt es?

Arten von Incentives im Vergleich
ArtBeispielStärkeSteuerlich
SachprämieKopfhörer, Kaffeemaschine, Werkzeug, FahrradzubehörBleibt in Erinnerung, weil man sie benutztBis 50 € im Monat als Sachbezug steuerfrei, darüber Pauschalsteuer möglich
GutscheinGutschein eines Händlers oder einer begrenzten AkzeptanzstelleFlexibel, sofort verfügbarNur Sachbezug, wenn die ZAG-Kriterien erfüllt sind
Punkte im PrämienshopPunkte für Leistungen, eingelöst gegen Prämien nach WahlWahlfreiheit, Leistung wird laufend sichtbarBesteuert wird die eingelöste Prämie, nicht der Punkt
ErlebnisTeamevent, Konzertkarte, Incentive-ReiseStärkt das Team, hoher ErinnerungswertBetriebsveranstaltung bis 110 € je Person begünstigt, Reisen sind meist Arbeitslohn
GeldprämieEinmalzahlung, BonusEinfach, für alle gleich verständlichImmer voll steuer- und beitragspflichtig
ZeitZusätzlicher freier Tag, früher FeierabendFür viele wertvoller als GeldBezahlte Freistellung ist normaler Arbeitslohn

Zwölf Incentive-Ideen mit Beispielen

  1. 1Punkte für erreichte Ziele. Das Vertriebsteam erhält Punkte je Abschluss, die Produktion für unfallfreie Monate. Eingelöst wird im Prämienshop nach eigener Wahl.
  2. 2Prämie für Mitarbeiterempfehlungen. Wer eine neue Kollegin oder einen neuen Kollegen wirbt, bekommt nach der Probezeit eine Prämie.
  3. 3Jubiläumsprämie. Zum fünften, zehnten oder zwanzigsten Dienstjubiläum. Details im Ratgeber zur Jubiläumsprämie.
  4. 4Spot-Prämie durch die Führungskraft. Ein kleines Budget je Team, aus dem besondere Einsätze sofort anerkannt werden, etwa das Einspringen am Wochenende.
  5. 5Prämie für Verbesserungsvorschläge. Umgesetzte Ideen werden belohnt, gestaffelt nach Wirkung.
  6. 6Monatlicher Sachbezug. Bis 50 € im Monat für alle oder für bestimmte Gruppen, steuerfrei. Mehr dazu im Ratgeber zum 50-€-Sachbezug.
  7. 7Aufmerksamkeit zum persönlichen Anlass. Geburtstag, Hochzeit, Geburt eines Kindes: bis 60 € je Anlass.
  8. 8Weihnachtsgeschenk nach Wahl. Statt eines Präsentkorbs für alle bekommt jede Person ein Budget und sucht selbst aus.
  9. 9Verkaufswettbewerb auf Zeit. Vier bis acht Wochen, klares Ziel, sichtbarer Zwischenstand. Anleitung: Verkaufswettbewerb aufsetzen.
  10. 10Teamprämie. Das ganze Team erreicht ein Ziel und wird gemeinsam belohnt. Das verhindert Ellbogendenken.
  11. 11Prämie für Gesundheit und Sicherheit. Teilnahme an Schulungen, unfallfreie Zeiträume, abgeschlossene Vorsorge.
  12. 12Lernprämie. Abgeschlossene Weiterbildung oder bestandene Prüfung wird anerkannt.

Wofür sollte es Incentives geben?

Gute Incentives belohnen ein Verhalten, das die Person selbst beeinflussen kann. Ein Umsatzziel, das vom Wetter abhängt, frustriert. Bewährt haben sich drei Gruppen von Anlässen: Leistung (Ziele, Wettbewerbe, Qualität), Beitrag (Empfehlungen, Ideen, Einspringen, Einarbeitung neuer Kollegen) und Zugehörigkeit (Jubiläen, persönliche Anlässe, Weihnachten). Wer nur Leistung belohnt, erreicht vor allem den Vertrieb. Wer auch Beitrag und Zugehörigkeit anerkennt, erreicht die ganze Belegschaft.

Was bleibt steuerfrei?

Steuerliche Wege für Mitarbeiter-Incentives
WegGrenzeWorauf es ankommt
Sachbezug50 € im MonatFreigrenze: Ein Cent darüber macht den ganzen Betrag steuerpflichtig. Alle Sachbezüge des Monats zählen zusammen. Gutscheine müssen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gewährt werden.
Aufmerksamkeit60 € je AnlassNur bei persönlichem Anlass wie Geburtstag oder Hochzeit. Weihnachten und Leistungen zählen nicht dazu.
Betriebsveranstaltung110 € je PersonFreibetrag für höchstens zwei Veranstaltungen im Jahr, die allen offenstehen.
Pauschalsteuer nach § 37bbis 10.000 € je Person und JahrDas Unternehmen übernimmt 30 % Steuer. Für eigene Beschäftigte bleibt die Prämie beitragspflichtig.
Geldprämien sind nie steuerfrei. Eine Einmalzahlung von 50 € ist normaler Arbeitslohn. Dieselben 50 € als Sachprämie können steuerfrei bleiben. Deshalb arbeiten die meisten Programme mit Sachleistungen.

Geld oder Sachprämie: Was wirkt besser?

Geld ist einfach, verschwindet aber im Alltag: Es landet auf dem Konto zwischen Miete und Einkauf und wird selten mit dem Anlass verbunden. Eine Sachprämie, die jemand selbst ausgesucht hat, erinnert bei jeder Nutzung daran, wofür es sie gab. Dazu kommt der Steuereffekt: Von 50 € brutto bleibt als Geldprämie deutlich weniger übrig als von einer steuerfreien Sachprämie im selben Wert. Wichtig ist die Wahlfreiheit. Ein Geschenk, das die Führungskraft ausgesucht hat, trifft selten den Geschmack aller.

Incentive-Programm in fünf Schritten

  1. 1

    Ziel und Zielgruppe festlegen

    Was soll sich ändern, und bei wem? Bindung in der Produktion ist ein anderes Programm als Umsatz im Vertrieb. Trennen Sie die Gruppen, das hält Regeln verständlich.
  2. 2

    Regeln einfach halten

    Jede Person muss in einem Satz sagen können, wofür es etwas gibt. Wenige, klare Anlässe wirken stärker als ein langer Katalog von Bedingungen.
  3. 3

    Steuermodell wählen

    Entscheiden Sie vorab, ob das Programm im Rahmen des 50-€-Sachbezugs läuft oder pauschal nach § 37b versteuert wird. Ein Programm, ein Modell: Mischformen führen in der Lohnabrechnung zu Fehlern.
  4. 4

    Prämien und Auslieferung klären

    Wer bestellt, wer verschickt, wer beantwortet Rückfragen? Im Eigenbetrieb ist das der größte versteckte Aufwand. Ein Prämienshop mit Fulfillment nimmt ihn ab.
  5. 5

    Kommunizieren und auswerten

    Ein Programm, das niemand kennt, wirkt nicht. Kündigen Sie es an, erinnern Sie regelmäßig und prüfen Sie nach drei Monaten: Wie viele haben Punkte erhalten, wie viele eingelöst? Mehr dazu im Leitfaden Prämienprogramm einführen.

Fünf typische Fehler

  • Nur die Besten belohnen. Dann gewinnen immer dieselben, und die Mehrheit schaltet ab.
  • Ziele setzen, die die Person nicht beeinflussen kann.
  • Die Steuer erst hinterher klären. Eine überschrittene Freigrenze macht den ganzen Monat steuerpflichtig.
  • Prämien vorgeben statt wählen lassen.
  • Die Mitbestimmung vergessen. Prämiensysteme können nach § 87 Abs. 1 Nr. 10 BetrVG mitbestimmungspflichtig sein. Binden Sie den Betriebsrat früh ein.

Wie Prämienwerk das umsetzt

Prämienwerk betreibt Incentive-Programme als Komplett-Service. Ihre Mitarbeitenden erhalten Punkte für die Anlässe, die Sie festlegen, und lösen sie in einem Prämienshop im Auftritt Ihres Unternehmens ein. Katalog, Bestellung, Versand und Rückfragen übernehmen wir. Je Programm ist genau ein Steuermodell hinterlegt, das System überwacht die 50-€-Grenze je Person und Monat und liefert den Export für die Lohnabrechnung. Einen Überblick geben die Seiten Mitarbeiterprämien und Incentive-Programme.

Häufige Fragen zu Mitarbeiter-Incentives

Was ist der Unterschied zwischen Incentive und Benefit?
Ein Benefit steht allen Beschäftigten ohne besonderen Anlass zu, zum Beispiel ein Jobticket. Ein Incentive ist an einen Anlass geknüpft: ein erreichtes Ziel, ein Jubiläum, eine Empfehlung.
Welche Incentives für Mitarbeiter sind steuerfrei?
Sachprämien und geeignete Gutscheine bis 50 € im Monat, Aufmerksamkeiten bis 60 € zu einem persönlichen Anlass und Zuwendungen bei Betriebsveranstaltungen bis 110 € je Person. Geldprämien sind immer steuerpflichtig.
Sind Incentive-Reisen steuerfrei?
In der Regel nicht. Eine Reise mit Erholungscharakter ist Arbeitslohn. Das Unternehmen kann die Steuer pauschal nach § 37b EStG übernehmen.
Wie viel Budget braucht ein Incentive-Programm?
Das hängt vom Ziel ab. Viele Unternehmen orientieren sich am steuerfreien Rahmen von 50 € je Person und Monat und schöpfen ihn nur für die Anlässe aus, die sie fördern wollen. Hinzu kommen die Kosten für Betrieb und Auslieferung.
Muss der Betriebsrat zustimmen?
Bei Prämiensystemen, die die betriebliche Lohngestaltung betreffen, hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht (§ 87 Abs. 1 Nr. 10 BetrVG). Klären Sie das vor dem Start.
Hinweis: Steuerliche Aussagen geben die Rechtslage allgemein wieder und ersetzen keine Steuerberatung. Den konkreten Einzelfall klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.

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Von der Modellwahl über den gebrandeten Prämienshop bis zum Payroll-Export: Prämienwerk betreibt Ihr Programm komplett.

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